Zum Anwalt geht niemand aus Neugier. Die Kündigung liegt auf dem Tisch, der Vermieter hat geschrieben, eine Scheidung steht an, ein Geschäftspartner zahlt nicht, die Ausländerbehörde lehnt ab. Gesucht wird nicht „Rechtsberatung”, sondern ein Ausweg aus einer konkreten Lage - und die Antwort auf drei Fragen: Kennt sich diese Kanzlei mit genau meinem Problem aus, was kostet das, und kann ich vertrauen?
Eine Kanzlei-Website sollte diese Fragen ruhig und sachlich beantworten. Dabei gelten für Anwältinnen und Anwälte eigene Werberegeln, und die Pflichtangaben sind umfangreicher als bei anderen Unternehmen.
Zuerst die Positionierung
„Alle Rechtsgebiete” klingt umfassend, hilft aber weder Mandanten noch Google. Eine starke Website beginnt mit der Antwort: In welchen Fällen sind Sie wirklich stark, und für wen arbeiten Sie - Privatpersonen, Arbeitnehmer, Unternehmer, internationale Mandanten?
Mehrsprachige Kanzleien haben hier eine besondere Chance: Ausländerrecht, Anerkennung von Abschlüssen, Arbeitsrecht, Familienrecht bei internationalen Ehen, Erbrecht mit Vermögen in mehreren Ländern. Suchen wie „russischsprachiger Anwalt Frankfurt” oder „englischsprachiger Anwalt Arbeitsrecht” sind konkret und führen genau zu Menschen, die so jemanden brauchen.
Der erste Bildschirm: präzise statt pathetisch
Säulen, Waage und Hammer im Hintergrund sagen nichts. Der erste Bildschirm sollte zeigen:
- die wichtigsten Rechtsgebiete;
- Ort und Stadtteil der Kanzlei;
- für wen Sie arbeiten;
- in welchen Sprachen beraten wird;
- wie schnell es einen ersten Termin gibt und wie man ihn bucht.
Struktur: Anliegen statt Rechtsgebietsliste
Mandanten denken nicht in „Arbeitsrecht” oder „Mietrecht”, sondern in „Ich wurde gekündigt” oder „Ich bekomme meine Kaution nicht zurück”. Innerhalb jedes Rechtsgebiets lohnen sich deshalb Seiten zu typischen Situationen.
| Rechtsgebiet | Seiten zu Mandantenanliegen |
|---|---|
| Arbeitsrecht | Kündigung, Abfindung, Arbeitszeugnis |
| Mietrecht | Kaution, Mieterhöhung, Räumung |
| Familienrecht | Scheidung, Unterhalt, Sorgerecht |
| Ausländerrecht | Aufenthaltstitel, Einbürgerung, Familiennachzug |
| Wirtschaftsrecht | Verträge, Forderungseinzug, GmbH-Gründung |
Die Seite zu einem Anliegen
- mit welchen Situationen Mandanten kommen;
- welche Fristen wichtig sind - etwa drei Wochen für die Kündigungsschutzklage;
- wie die Zusammenarbeit läuft: Erstberatung, Einschätzung, Korrespondenz, Gericht;
- welche Unterlagen bereitliegen sollten;
- wie sich die Kosten zusammensetzen und ob die Rechtsschutzversicherung zahlt;
- ein Button zur Terminvereinbarung.

Anwaltliches Werberecht
Werbung von Rechtsanwälten regeln BRAO und BORA. Grundsatz: Die Information muss sachlich und berufsbezogen sein. Für die Website heißt das:
- „Fachanwalt für ...” nur mit verliehener Fachanwaltsbezeichnung;
- „Spezialist” oder „Experte” nur mit belegbarer Grundlage;
- keine gezielte Werbung um ein Mandat im Einzelfall;
- keine Erfolgsversprechen;
- nur echte Bewertungen.
Pflichtangaben im Impressum
Zusätzlich zu den üblichen Angaben gehören bei Anwälten ins Impressum:
- die Berufsbezeichnung „Rechtsanwalt” und der Staat, in dem sie verliehen wurde;
- die zuständige Rechtsanwaltskammer;
- ein Hinweis auf die berufsrechtlichen Regelungen - BRAO, BORA, RVG - und wo sie zugänglich sind;
- Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung: Versicherer und räumlicher Geltungsbereich.
Vertrauen entsteht im Detail
- echte Fotos der Anwältinnen und Anwälte statt Stock-Handschlag;
- Ausbildung, Fachanwaltstitel, Sprachen;
- Mitgliedschaften in Fachverbänden;
- Veröffentlichungen, Vorträge, Fachartikel;
- eine klare Erklärung, wie die Erstberatung abläuft;
- Bewertungen, sofern Mandanten der Veröffentlichung zustimmen.
Fallbeispiele ohne Verletzung der Schweigepflicht
Die Verschwiegenheitspflicht verbietet Berichte, die Mandanten erkennbar machen. Anonymisierte Beispiele wirken trotzdem: „Dem Arbeitnehmer wurde ein Aufhebungsvertrag nahegelegt - am Ende stand eine Abfindung von ...”. Nur mit Zustimmung und ohne identifizierende Details.
Kosten: zeigen oder nicht?
Viele Kanzleien schweigen über Geld - und verlieren Mandanten, die eine unbekannte Rechnung fürchten. Das deutsche System bietet gute Anknüpfungspunkte:
- Abrechnung nach RVG oder per Vergütungsvereinbarung;
- für Verbraucher kostet die erste Beratung nach RVG höchstens 190 Euro zuzüglich USt., sofern nichts anderes vereinbart ist;
- die Rechtsschutzversicherung kann Kosten übernehmen;
- bei geringem Einkommen gibt es Beratungs- und Prozesskostenhilfe.
Schon eine kurze Seite „Kosten” nimmt die größte Hürde.
Das Anfrageformular: wenige Hürden
Name, Kontakt, Rechtsgebiet und zwei Sätze zur Situation genügen. Wichtig: Schilderungen zum Fall sind vertraulich, manchmal sogar besonders geschützte Daten. Das Formular muss verschlüsselt übertragen, die Daten in der EU gespeichert und neben dem Formular ehrlich erklärt werden, wer sie wie verarbeitet. Für Dokumente ist ein sicherer Upload besser als die Bitte, Scans per normaler E-Mail zu schicken.
Der Blog: Antworten statt Kanzleinews
Artikel wie „Kündigung erhalten - was jetzt?”, „Kaution zurückfordern ohne Gericht” oder „Aufenthaltstitel verlängern” holen Menschen aus Google genau dann ab, wenn sie Hilfe brauchen. Jeder Artikel endet mit einem klaren nächsten Schritt: dem Link zur Beratung in diesem Bereich.

Sichtbarkeit ohne Kampf um ein einziges Keyword
Bei „Anwalt Frankfurt” ist die Konkurrenz riesig. Realistischer sind präzise Suchen: „Anwalt Kündigung Hanau”, „Mietrecht Anwalt Gießen Kaution”, „Ausländerrecht Anwalt Offenbach”. Es helfen Seiten zu Anliegen, Ratgeberartikel, ein Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen und Einträge in Anwaltsportalen.
Design: zurückhaltend statt protzig
Gold, Marmor und dunkles Bordeaux wirken altmodisch und lenken ab. Was funktioniert: ruhiges, sauberes Design mit viel Weißraum, gut lesbaren Schriften, echten Fotos und klarer Navigation. Mandanten stehen unter Stress - die Website sollte ihn nicht verstärken.
Sicherheit und Vertraulichkeit
- SSL und Spamschutz für Formulare;
- Hosting in Deutschland oder der EU mit AV-Vertrag;
- verschlüsselter Dokumenten-Upload;
- möglichst wenige externe Skripte, Analytics nur mit Einwilligung;
- regelmäßige Updates und Backups.

Kanzlei-Websites von Balaba Digital
Bei Balaba Digital können Sie die Website für Ihre Kanzlei, Ihr Notariat oder Ihre Steuerberatung erstellen lassen: mit Struktur nach Mandantenanliegen, korrektem Impressum, sicheren Formularen und lokaler SEO-Basis. Die Webentwicklung sitzt in Limeshain in Hessen - nah an Frankfurt, Friedberg und Hanau -, Kanzleien in ganz Deutschland betreuen wir online.
Beraten Sie mehrsprachig? Dann wird das zur Stärke der Website, mit eigener Seite für diese Mandanten. Ob Business-Website oder kompakte Visitenkarten-Website - das Erstgespräch ist kostenlos.



